"View"
20-22. Juli 2025.
Ein klassisches Landschaftsbild entsteht auf einer Schiefertafel – gemalt in einem Garten Südburgunds. Eine bewusste Anlehnung an die Tradition der Landschaftsmalerei, an ihre Ordnung, ihren Ausschnitt.
Mit Wasser gefüllt, wird die Tafel zur spiegelnden Fläche. Plötzlich tritt ins Bild, was traditionell ausgeschlossen bleibt – die Bäume über mir, der Himmel, das Licht. Der festgelegte Bildraum öffnet sich, die Illusion der Tiefe trifft auf die Realität der Oberfläche. Malerei und Spiegelung überlagern sich, das geplante Bild wird durch Gegenwart durchkreuzt.
Die Arbeit zitiert die Sprache der Landschaftsmalerei – und unterläuft sie zugleich. Nicht durch Gegendarstellung, sondern durch Öffnung. Der Bruch liegt nicht im Widerstand, sondern im Loslassen: Das Bild zeigt nicht nur, was vor mir liegt, sondern auch, was über mir war – und wo ich selbst stehe.